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Im Interview mit Maschine:
Keine Bühne zu klein, kein Abend zu lang, kein Trubel zu laut
Egal ob Festival, Handballarena oder Karaokebar: Andreas „Maschine“ Pooch lebt für den Moment auf der Bühne. Der Moderator, Musiker und Entertainer ist seit Jahren Teil der Kieler Veranstaltungslandschaft und sorgt am Mikrofon regelmäßig für Stimmung. Im Interview erzählt Maschine, wie es überhaupt zu diesem Künstlernamen kam, wie er den Trubel wegsteckt und welche Events er besonders liebt.
Maschine, du bist gebürtiger Berliner, bist aber Ende der 90er über einige Stationen in die Fördestadt gelangt. Warum Kiel?
Kiel hatte viele Möglichkeiten. Zu der Zeit gab es sowas wie Veranstaltungsagenturen in dem Sinne noch gar nicht, respektive nicht einmal einen Beruf in der Veranstaltungsbranche. Da habe ich die ersten Leute damals ausgebildet, wenn man das so nennen darf (lacht) – aber schon als richtiger Beruf mit Prüfung und solch Dingen.
Wie kam es zu deinem Spitznamen „Maschine“?
Ich bin recht belastbar, kann lange arbeiten, gut feiern, und bin – in jedem Fall was den Job anbelangt – sehr verlässlich. Was ich zusage, halte ich in der Regel. Gelegentlichen Ölwechsel vorausgesetzt, funktioniere ich wie eine Maschine, sagte man mir und nannte mich so.
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Du moderierst Festivals bzw. Events wie Wacken, Wrestling, Galas, Karaoke-Nights und vieles mehr – gibt’s ein Event, das zu deinen Favoriten gehört?
Grundsätzlich mag ich die Festivals, bzw. die Bühnen, oft was über Radio BOB – bester Sender! Doch ich liebe auch Karaoke, ob im Pub, mit Live-Band oder Open Air, ebenso wie verrückte Dinge, zum Beispiel Wrestling- und Boxveranstaltungen oder Full Metal Cruises. Generell Sport, die Moderationen beim THW Kiel Handball mag ich außerordentlich gerne – toller Sport! Aber auch Podiumsdiskussionen, Interviews – gerne auch politisch, seriöse Moderationen sagt man – find ich herrlich. Sehr schön sind auch die regionalen Dinge, wie der Bootshafensommer.
Bevor du auf die Bühne gehst, bist du da überhaupt noch aufgeregt, oder liegt das so sehr in deiner Natur, dass du den Moment einfach komplett genießt?
Aufregung in einer mehr oder weniger hohen Intensität gehört immer dazu. Positives Lampenfieber ist sehr bereichernd und fühlt sich toll an.
„Ich mag den Trubel, er stresst mich nicht.“
Du bist nach außen hin eine ziemliche Rampensau – auch privat?
Man kann nicht gegen seine Natur! (lacht)
Was machst du, um von dem ganzen Trubel mal runterzukommen?
Musik, was den Trubel eher befeuert. Ich mag den Trubel, er stresst mich nicht. Im Gegenteil: Zu viel Ruhe macht mich unruhig.
Was macht für dich einen richtig guten Entertainer aus – außer eine große Klappe?
Vielseitigkeit – also alles ein bisschen oder eben ein bisschen mehr können. Auch Schlagfertigkeit, Anpassungsfähigkeit und ein hohes Maß an Intelligenz und Bildung. Besonders wichtig finde ich, sich treu zu bleiben und echt zu sein. Außerdem geht nichts über gute Vorbereitung und Recherche zum jeweiligen Event. Und eine angenehme Stimme ist auch nicht verkehrt.
„Alles, was Menschen friedlich zusammenbringt, ist besonders und schön.“
Wir von Kiel-Marketing zählen jedes Jahr aufs Neue für viele unserer Events auf dich als Moderator. Dieses Jahr wie immer natürlich für den Bootshafensommer, aber auch zum Beispiel fürs Anbaden am 22. März in der Seebar. Gib’s zu, du bist nur als Moderator am Start, damit du nicht selbst ins eiskalte Wasser musst!
Das stimmt, sage ich auch immer vor Ort. Vielen Dank im Übrigen für euer anhaltendes Vertrauen in meine Fähigkeiten.
Deine Message an alle Warmduscher: Warum lohnt es sich, sich zu überwinden und beim Anbaden mitzumachen (oder zumindest zum Anfeuern vorbeizukommen)?
Es ist ein herrlicher Sonntagsausflug, man trifft viele nette Menschen und in der Seebar kann man sich gut aufhalten. Wer alles an Klamotten mitnimmt, kann sich gut spontan entscheiden, ob es ins Wasser geht oder nicht.
Was macht solche Events so besonders für Kiel?
Alles, was Menschen friedlich zusammenbringt ist besonders und schön. Beim Anbaden natürlich auch das Wasser und die Natur.
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Wie empfindest du die Kieler Kulturszene insgesamt – eher ruhig, eher wild, eher unterschätzt?
Ich finde es schade, dass von Seiten der Stadt so viel ausgebremst wird, gerade OpenAir Geschichten – zu viele und unnötige Auflagen und Bürokratie. Ansonsten mag ich die Musik- und Subkultur in Kiel, wenn es auch immer weniger geile Clubs gibt.
Hast du einen Lieblingsplatz in Kiel, wo du dich gerne herumtreibst?
Die zum Glück noch vorhandenen Kieler Kneipen, wie Palenke, Überseestuben, Unrat und noch einige andere. Tresengespräche entspannen.
Was macht für dich den perfekten Sommerabend in Kiel aus?
Windstille, ein langer Sonnenuntergang und anhaltende Wärme. Oder ein netter Laden mit Terrasse, die nicht um 22 Uhr schließen muss.
Unabhängig von der Jahreszeit: Was ist dein absoluter Geheimtipp für Leute, die Kiel entdecken wollen – ob Restaurant, Ort, Veranstaltung oder irgendwas ganz anderes?
Ich empfehle, Live-Programme und Veranstaltungen zu checken. Es gibt immer wieder tolle Sachen, Konzerte, Lesungen – mal in der Stadt, mal draußen, oder auch am Wasser.
Du hast mit „Maschines Late Night Show“ dein eigenes Format aufgebaut – wie kam es zu der Idee?
Die Idee ist auf der Full Metal Cruise entstanden, die ich von Beginn an moderiere. Mir hat ein Format gefehlt mit Gästen und Brimborium. Das hat sich dann immer mehr ausgeweitet.
Gibt es ein Interview oder einen Moment in deiner Show, der dir besonders im Kopf geblieben ist – ob wegen Humor, Emotion oder Wahnsinn?
Ich hatte mal Bülent Ceylan in der Show auf einer Metal Veranstaltung. Ich habe mir vier Bülent Doubles besorgt, ihn angekündigt, und immer, wenn er auf die Bühne kommen wollte, kam ein Double und ich habe ihn abgewiesen. Der hat sich krumm gelacht und dann zu den 4 Doubles gesetzt. Ist schon viel Lustiges passiert in den Shows.
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Wie schwierig ist es, ein Festivalzelt oder Kreuzfahrtschiff voller Metalheads zu unterhalten?
Gar nicht so sehr, man braucht nur viel Ausdauer und Stehvermögen, wenn man um 11 Uhr anfängt und das Letzte am Tage Karaoke bis 3 Uhr morgens ist. Sind schon lange Schichten. Natürlich muss man auch hier immer gut vorbereitet, spontan, voller Ideen und gerne präsent sein.
Deine Show wird auch auf Twitch gestreamt: Wie wichtig ist dir die Interaktion mit deinem Publikum – ganz egal, ob online oder live?
Interaktion ist für mich essenziell, ob als Entertainer oder mit der Band. Es ergeben sich ganz wunderbare Synergien dadurch.
Neben der Moderation bist du auch musikalisch zum Beispiel mit den „Acoustic Guerillas“ aktiv – was gibt dir die Musik, was dir die Moderation nicht gibt (und umgekehrt)?
Da ist das eine wie das andere. Das geht sich aus, wie der Österreicher sagt. Man könnte auch sagen es bedingt sich. Ist beides irgendwie eins.
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Wenn du dich entscheiden müsstest: Musik oder Moderation – was wäre deine Wahl und warum?
Dann gar nichts von Beiden. Na, vielleicht doch Moderation. Aber eigentlich kann ich das nicht entscheiden, sag du …
Wenn du in die Zukunft blickst, gibt’s da Träume, Pläne, vielleicht sogar das Fernsehen?
Ich hoffe für die Zukunft, dass das Alter nicht zu sehr ausschlaggebend für Buchungen ist. Bei dem Schönheitswahn da draußen könnte dies ja sein. Da ich gerade beginne zu schreiben und Lesungen vorzubereiten, hoffe ich, in dem Bereich was zu erreichen. Fernsehen würde mich nur interessieren, wenn es nicht so ein Hohlkopf-Format ist. ZDF Neo könnte ich mir vorstellen, die sind mutig und haben nichts gegen freie Meinung, alles andere ist mir zu spießig. (lacht) Ansonsten gesund bleiben und weiter so leben können, wie ich lebe – später am liebsten in einer Alters-WG mit guten Freunden.
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